ORGANISATION
Freistellung für Weiterbildung: wer zahlt die Zeit?
Die Kosten sind meist das kleinere Problem — die Zeit ist das größere. Wir zeigen die drei Modelle, mit denen Betriebe die Abwesenheit organisieren, und wer die Stunden jeweils bezahlt.
Kurz gesagt
- Vollzeit
- volle Freistellung
- Teilzeit
- meist 1 – 2 Tage/Woche
- Abends
- ohne Freistellung
- Zuschuss zum Lohn
- bis 75 %
Drei Modelle — und was sie für den Betrieb bedeuten
Von voller Freistellung bis Abendkurs.
1. Vollzeit mit voller Freistellung
Die Person ist für die Dauer der Maßnahme komplett aus dem Tagesgeschäft heraus. Das ist der intensivste Weg, bringt die schnellsten Ergebnisse und ist gleichzeitig der größte Einschnitt in die Personalplanung. Dafür greift der Zuschuss zum Arbeitsentgelt in voller Höhe — bei Betrieben unter 50 Beschäftigten bis zu 75 Prozent des fortgezahlten Entgelts.
2. Berufsbegleitend mit Teilfreistellung
Der in der Praxis häufigste Weg: ein bis zwei feste Tage pro Woche im virtuellen Klassenraum, der Rest im Betrieb. Die Maßnahme dauert länger, die Belastung verteilt sich. Der Lohnzuschuss bezieht sich auf den freigestellten Anteil.
3. Komplett außerhalb der Arbeitszeit
Abends oder am Wochenende. Für den Betrieb organisatorisch am einfachsten, für die Teilnehmenden am anstrengendsten — und mit der höchsten Abbruchquote. Ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt entfällt hier, weil kein Entgelt für Weiterbildungszeit fortgezahlt wird. Die Lehrgangskosten können trotzdem gefördert werden.
UNSER FAZIT
Unsere Erfahrung aus der Begleitung vieler Maßnahmen: Die Teilfreistellung mit festen Wochentagen funktioniert am zuverlässigsten. Feste Tage lassen sich im Team einplanen — „wenn gerade Zeit ist“ funktioniert nie.
Was Sie im Betrieb regeln sollten
Vier Punkte, die später Streit ersparen.
Feste Zeiten schriftlich festhalten
Welche Tage, welcher Zeitraum, ab wann. Am besten als kurze Zusatzvereinbarung — das schafft Klarheit für beide Seiten und hilft auch gegenüber der Agentur.
Vertretung vorher klären
Wer übernimmt welche Aufgaben? Wenn das offen bleibt, landet die Arbeit am Abend bei der weitergebildeten Person — und genau daran scheitern Maßnahmen.
Prüfungstermine einplanen
Zertifizierte Weiterbildungen enden mit einer Prüfung. Die Vorbereitungszeit davor sollte in der Planung auftauchen, nicht erst in der Woche davor.
Rückkehr bewusst gestalten
Wer nach Monaten mit neuen Kenntnissen zurückkommt und wieder genau dasselbe macht wie vorher, ist in zwölf Monaten weg. Planen Sie die veränderte Rolle mit ein — das ist ohnehin die Begründung, mit der die Förderung beantragt wird.
Häufige Fragen
Muss ein Betrieb Weiterbildung genehmigen?+
Kann die Weiterbildung auf Urlaub angerechnet werden?+
Was passiert, wenn jemand die Weiterbildung abbricht?+
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