FÖRDERWEGE 2026
Weiterbildung fördern lassen 2026: Welche Töpfe es noch gibt
Die Länder streichen ihre Bildungsschecks zusammen — der Bund zahlt weiter, und zwar ein Vielfaches. Wir haben alle Förderwege nebeneinandergelegt: was noch läuft, was ausgesetzt ist und wo für Sie das meiste Geld liegt.
Kurz gesagt
- Größter Topf
- Qualifizierungschancengesetz
- Für Arbeitssuchende
- Bildungsgutschein
- Landesschecks
- meist 500 – 1.500 €
- Bundesförderung
- bis 100 % + Lohnzuschuss
Die kurze Antwort
Es gibt 2026 zwei große und viele kleine Förderwege. Die großen kommen vom Bund.
Wer heute eine Weiterbildung finanziert bekommen will, landet fast immer bei einem von zwei Instrumenten: dem Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) für Menschen ohne Arbeit oder mit drohender Arbeitslosigkeit, und dem Qualifizierungschancengesetz (§ 82 SGB III) für Menschen, die in einem Job stehen. Beide werden von der Agentur für Arbeit bewilligt, beide können die kompletten Lehrgangskosten tragen.
Daneben gibt es die Bildungsschecks und Weiterbildungsbonusse der Bundesländer. Die sind deutlich kleiner — typischerweise 500 bis 1.500 Euro — und in mehreren Ländern inzwischen eingestellt oder ausgesetzt. Wer nur den Landesscheck kennt, lässt in der Regel den größeren Betrag liegen.
Die Größenordnung im direkten Vergleich
Eine typische zertifizierte Weiterbildung mit IHK-Abschluss kostet zwischen 6.000 und 15.000 Euro. Was die einzelnen Wege davon tragen, unterscheidet sich erheblich:
| Förderweg | Für wen | Was übernommen wird | Lohnkosten |
|---|---|---|---|
| Qualifizierungschancengesetz | Beschäftigte, über den Arbeitgeber | bis 100 % der Lehrgangskosten | bis 75 % Zuschuss |
| Bildungsgutschein | Arbeitssuchende, von Arbeitslosigkeit Bedrohte | 100 % der Lehrgangskosten | Arbeitslosengeld läuft weiter |
| Bildungsscheck NRW 2.0 | Privatpersonen in NRW | 50 %, max. 500 € | — |
| Weiterbildungsbonus Hamburg | Beschäftigte in Hamburg | 50 – 100 %, max. 1.500 € | — |
| Weiterbildungsscheck Sachsen | Beschäftigte in Sachsen | derzeit ausgesetzt | — |
| Qualifizierungsscheck Hessen | Beschäftigte in Hessen | Ende 2021 eingestellt | — |
UNSER FAZIT
Der Unterschied ist kein Detail, sondern Faktor zehn bis zwanzig. Ein Landesscheck deckt einen Bruchteil einer Weiterbildung. Die Bundesförderung deckt sie ganz — und zahlt beim Qualifizierungschancengesetz zusätzlich einen Teil des Lohns weiter.
Weg 1: Der Bildungsgutschein
Für alle, die gerade keinen Job haben oder ihn zu verlieren drohen.
Der Bildungsgutschein ist eine Ermessensleistung. Das heißt: Es gibt keinen Rechtsanspruch, aber klare Kriterien. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter prüft, ob die Weiterbildung notwendig ist, um Sie in Arbeit zu bringen oder in Arbeit zu halten. Fällt die Prüfung positiv aus, werden die Lehrgangskosten vollständig übernommen.
- Wer: Arbeitslose, Arbeitssuchende, Menschen mit drohendem Jobverlust, Beschäftigte ohne Berufsabschluss
- Was: 100 % der Lehrgangskosten, dazu Fahrt- und teils Kinderbetreuungskosten
- Bedingung: Der Kurs muss AZAV-zertifiziert sein und der Träger zugelassen
- Dauer: Der Gutschein ist befristet, in der Regel drei Monate
Der häufigste Fehler: erst den Kurs buchen, dann zur Agentur gehen. Das funktioniert nicht. Der Gutschein muss vor Beginn der Maßnahme vorliegen — rückwirkend wird nichts bewilligt.
Weg 2: Das Qualifizierungschancengesetz
Für Unternehmen, die ihre Leute weiterbilden wollen — der größte Topf.
Seit der Reform zum 1. April 2024 ist die Förderung nach § 82 SGB III deutlich einfacher gestaffelt. Maßgeblich ist die Zahl der Beschäftigten im Betrieb:
| Betriebsgröße | Lehrgangskosten | Mit Tarifvertrag / Betriebsvereinbarung | Zuschuss zum Arbeitsentgelt |
|---|---|---|---|
| unter 50 Beschäftigte | bis 100 % | bis 100 % | bis 75 % |
| 50 bis unter 500 | 50 % | 55 % | bis 50 % |
| ab 500 Beschäftigte | 25 % | 30 % | bis 25 % |
Der Zuschuss zum Arbeitsentgelt ist der Punkt, den die meisten Betriebe übersehen: Die Agentur erstattet einen Teil des Lohns, der während der Weiterbildungszeit weiterläuft — einschließlich der pauschalierten Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgebers. Für einen Betrieb mit unter 50 Beschäftigten bedeutet das: Kurs kostenfrei, und drei Viertel des Lohns kommen zurück.
Welche Voraussetzungen gelten
- Der Berufsabschluss liegt in der Regel mindestens vier Jahre zurück
- Die Weiterbildung vermittelt mehr als arbeitsplatzbezogene Anpassungsfortbildung
- Sie dauert mehr als 120 Stunden
- Träger und Maßnahme sind nach AZAV zugelassen
- Der Antrag läuft über den Arbeitgeberservice — vor Beginn der Maßnahme
Weg 3: Die Länder — kleiner und im Rückzug
Bildungsschecks sind nett, aber sie ersetzen keine Bundesförderung.
In den vergangenen Jahren hat sich die Landschaft der Landesprogramme spürbar ausgedünnt. Drei Beispiele, die stellvertretend für den Trend stehen:
Nordrhein-Westfalen: nur noch privat
Der alte Bildungsscheck NRW wurde zum 30. Juni 2024 eingestellt. Seit dem 1. Februar 2026 gibt es den Bildungsscheck 2.0 — ausschließlich für Einzelpersonen, mit 50 Prozent der Kosten und maximal 500 Euro, einmal im Kalenderjahr, bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 50.000 Euro. Einen betrieblichen Zugang über den Arbeitgeber gibt es nicht mehr. Unternehmen in NRW, die früher den betrieblichen Scheck genutzt haben, stehen damit ohne Landesförderung da — und übersehen dabei oft, dass der Bundesweg ohnehin deutlich mehr bringt.
Sachsen: ausgesetzt
Der Weiterbildungsscheck Sachsen war mit bis zu 80 Prozent der Kosten eines der großzügigeren Landesprogramme. Im Doppelhaushalt 2025/2026 stehen dafür jedoch keine Mittel bereit, Anträge sind derzeit nicht möglich. Für sächsische Betriebe bleibt der Weg über die Agentur für Arbeit — der unverändert läuft.
Hessen: seit 2021 Geschichte
Der Qualifizierungsscheck der Initiative ProAbschluss wurde Ende 2021 eingestellt. Die Bildungscoaches beraten weiter, verweisen aber in aller Regel genau auf die Bundesinstrumente.
Stand der Angaben: September 2026, geprüft an den Angaben von MAGS NRW, Sächsischer Aufbaubank, ESF Hamburg und WIBank Hessen. Förderbedingungen ändern sich. Verbindlich ist immer die Auskunft der bewilligenden Stelle — wir prüfen das für Sie kostenfrei mit.
Welcher Weg gilt für Sie?
Drei Fragen reichen meist, um den richtigen Topf zu finden.
Stehen Sie in einem Arbeitsverhältnis?
Ja → Qualifizierungschancengesetz über den Arbeitgeber. Nein → Bildungsgutschein über Agentur oder Jobcenter. Beides schließt sich gegenseitig aus.
Wie viele Menschen beschäftigt der Betrieb?
Unter 50 — dann greift die höchste Quote: bis 100 Prozent der Lehrgangskosten und bis 75 Prozent Zuschuss zum Arbeitsentgelt. Das ist der Regelfall im Mittelstand.
Liegt der Berufsabschluss mindestens vier Jahre zurück?
Das ist die zentrale Hürde beim Qualifizierungschancengesetz. Liegt er näher, prüfen wir Ausnahmen — etwa bei Beschäftigten in vom Strukturwandel betroffenen Tätigkeiten.
Ist der Kurs AZAV-zugelassen?
Ohne Zulassung von Träger und Maßnahme wird nichts bewilligt — unabhängig davon, wie sinnvoll die Weiterbildung inhaltlich wäre. Wir prüfen das vorab.
Häufige Fragen
Kann ich Landesscheck und Bundesförderung kombinieren?+
Muss mein Arbeitgeber beim Qualifizierungschancengesetz mitmachen?+
Wie lange dauert die Bewilligung?+
Was kostet Ihre Beratung?+
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RATGEBER
Wie viel zahlt die Agentur genau?
Die Staffelung nach Betriebsgröße, mit Rechenbeispielen.
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Wer bekommt einen Bildungsgutschein?
Die Voraussetzungen, die wirklich geprüft werden.
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Bildungsscheck NRW 2.0
Was der neue Scheck kann — und was Unternehmen stattdessen bleibt.
Ansehen →Fünfzehn Minuten Klarheit — kostenfrei.
Wir sagen Ihnen, welcher Förderweg für Sie gilt, was er wert ist und was Sie dafür tun müssen. Ohne eigenes Kursprogramm, ohne Verkaufsdruck.